Magnesia ist das Wundermittel im Klettersport. Nicht umsonst haben (fast) alle Klettersportler den Chalkbag zu ihrem ständigen Begleiter gemacht. Magnesia sorgt nicht nur für trockene Hände beim Klettern und Bouldern, sondern auch für einen verbesserten halt. Hier werden die Eigenschaften sowie die Vor- und Nachteile der Benutzung von Magnesia diskutiert.

 

Die Eigenschaften von Magnesia

Magnesia oder auch Chalk hat den wissenschaftlichen Namen Magnesiumcarbonat. Es wird verschiedene Verwendung in unterschiedlichen Sportarten in Block- oder Pulverform und neuerdings auch flüssig, als sogenanntes „Liquid Chalk“ vertrieben.

Durch seine Eigenschaft als guter Adsorber findet es besonders im Geräte- und Kraftsport aber eben auch im Klettersport Anwendung. Magnesia trocknet dabei die Handinnenflächen und sorgt so dafür, dass diese nicht zu stark haften. Gerade beim Umgreifen an Holmen, Barren, Reck oder Hanteln kann eine zu starke Haftung Quetschungen und Einreißen der Haut bewirken.

Auch dem Sportkletterer kommt diese Eigenschaft des Magnesia zugute: Bei kleinen Griffen sorgen trockene Hände für einen verbesserten Halt, der bei schwitzigen Händen nicht gegeben wäre. Auch bei dynamischen Zügen sorgt das Magnesia dafür, dass die Haftung der Haut nicht zu groß ist sodass sie nicht aufreißt oder gequetscht wird.

Die Vorteile von Magnesia

Die Vorteile der Verwendung von Magnesia liegen wortwörtlich auf der Hand. Durch die Adsorbtionsfähigkeit des Chalks bleiben die Hände trocken und ermöglichen so einen besseren Grip, also einen besseren Halt. Aber auch die Reibung der Haut am Griff oder der Wand wird verringert, sodass es zu weniger Quetschungen und Hautabreibungen kommt.

Gerade in der Boulder- oder Kletterhalle kommt die Verwendung auch den anderen Sportlern sehr gelegen. Durch die verringerte Schweißmenge an den Händen sind die Griffe wesentlich angenehmer anzufassen und zu benutzen. Jeder Sportkletterer kennt das Problem, dass Griffe zu glitschig sind und haben dadurch schon den einen oder anderen Sturz in Kauf nehmen müssen. Dann hilft nur Magnesia und die Bürste, um den verschwitzten Griff wieder benutzbar zu machen.

Die Nachteile von Magnesia

Die Nachteile der Benutzung von Chalk wird auf drei unterschiedlichen Ebenen deutlich:

  1. Trockene Hände: Durch die Benutzung des Chalks werden die Hände sozusagen trockengelegt. Das bedeutet auch, dass eine intensive Benutzung das austrocknen der Hände zur Folge hat. Diese können dann rissig und rau werden, weshalb es bereits eine ganze Reihe an Pflegeprodukten für Kletterer gibt, um die Hände nach ausgiebiger Belastung zu pflegen.
  2. Staubentwicklung: Das feine Magnesiapulver sorgt für eine hohe Staubentwicklung, die vor allem den Betreibern von Kletter- und Boulderhallen Probleme bereitet. Wände, Matten aber auch Belüftungssysteme müssen besonders gründlich gereinigt werden. Um die Staubentwicklung durch das Pulver ein wenig einzudämmen, ist in vielen Boulderhallen die Verwendung sogenannter Chalkballs Vorschrift. Auch Liquid Chalk reduziert die Staubentwicklung, ist durch den beigefügten Alkohol jedoch stärker belastend für die Hände (siehe 1.).
  3. Umweltschutz: In Hallen und in vielen Klettergebieten ist dies nicht unbedingt ein Problem, jedoch gibt es gerade über die Verwendung von Magnesia im Kalk-Sandstein hitzige Diskussionen. Das Pulver wirkt sich dort durch Adsorption von Feuchtigkeit negativ auf den Stein und die Umwelt aus. Auch Pflanzen sind dort durch die Verwendung von Magnesiapulver gefährdet.

Darüber hinaus wird unter den Sportlern heftig diskutiert, ob das Pulver als artifizielles Hilfsmittel überhaupt benutzt werden sollte. Zum einen verändert es stark den Halt, den Grip, und damit die Eigenschaften der Hände, zum anderen werden gerade am Fels Griffe und Routen markiert, sodass die Suche nach der Lösung einer Route vereinfacht werden kann.

Dennoch ist und bleibt Magnesia eines der wichtigsten Hilfsmittel für die meisten Klettersportler.

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