Bouldern gegen Depressionen

Im Rahmen der Studie „Klettern und Stimmung“ (KuS) erforscht die Universität Erlangen wie sich Elemente des Kletterns auf die Stimmung von Patienten mit Depressionen auswirken.
Dass die sogenannte „Bouldertherapie“ wirksam in der Behandlung von Depressionen ist, sei bereits jetzt erwiesen. Es gilt jedoch herauszufinden, wie wirksam sie im Vergleich zu herkömmlichen Therapieansätzen ist. Die Universität Erlangen hat dafür drei Gruppen mit verschiedenen Therapiemethoden zusammengestellt.
Der BR berichtet bereits über den positiven Effekt der Bouldertherapie (ca. min. 18:40), die offizielle Auswertung und Ergebnisse der Studie werden voraussichtlich jedoch erst 2019 oder 2020 veröffentlicht.

Achtung! Ab hier wird es unwissenschaftlich ; )

Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen durch Bouldern

Das Bouldern verlangt dem Menschen nicht nur körperliche Fähigkeiten ab. Auch mentale Herausforderungen stellen sich dem Kletterer an der Wand. Zum einen muss der Boulderer lernen mit der Höhe umzugehen, aber auch seinen körperlichen Fähigkeiten bei der Bewältigung der Route zu vertrauen.
Nicht weniger fordernd können die Niederlagen sein, die immer wieder eingesteckt werden müssen. Eine Route ist nicht immer gleich zu schaffen – im Gegenteil! Wer alles „flasht“ sucht sich natürlich schnell die nächste Herausforderung, eine neue Route, ein neues Problem, eine neue Schlüsselstelle. Denn genau darauf kommt es ja beim Bouldern an.
Diese immer neuen Herausforderungen und die Bewältigung derselben kann für ein besseres Selbstbewusstsein sorgen.

Konzentration und Fokus

Doch auch Erfolgserlebnisse gehören beim Bouldern dazu! Sie sind es, die viele Klettersportler motivieren und immer wieder in die Boulderhalle ziehen. Wenn eine neue Schlüsselstelle, eine neue Route geschafft ist, steigt Freude auf. Ohne diese Erfolgserlebnisse wäre das Bouldern sicherlich nicht so beliebt wie es heute ist.
Für das Erleben dieser Freude ist Konzentration auf den Körper auf die Route und auf die eigenen Fähigkeiten wichtig. Die Gedanken konzentrieren sich ganz auf das zu lösende Problem und zwingen den Körper zur Mitarbeit. Für einen Moment ist die Welt drum herum vergessen und der Kopf frei von anderen Problemen und Belastungen.

Soziale Interaktionen beim Bouldern

Bouldern sorgt für intensive zwischenmenschliche Momente. Das gemeinschaftliche Lösen eines Problems mit einem bis dahin wild fremden Mitmenschen sorgt für einen Austausch, der vielen Menschen in anderen Kontexten sehr schwer fällt. Das gemeinsame Tüfteln, Fachsimpeln, Beraten und Diskutieren kann für den Moment zusammenschweißen und dem Weg für spätere Begegnungen bereiten.
Doch auch das Weitergeben von Tipps, Hinweisen und Lösungsvorschlägen von einem erfahreneren Boulderer oder einem, der die Route einfach schon gelöst hat, eröffnet die Kommunikation in einem ganz eigenen Kontext. Der gemeinsame Fokus auf die vorliegende Herausforderung lässt alles andere in diesem Moment außen vor.